Führerschein, Fahrverbot und Entzug der Fahrerlaubnis
Die Sicherstellung des Führerscheins oder der Entzug der Fahrerlaubnis sind häufige Maßnahmen im Strafverfahren – etwa bei Alkohol- oder Drogendelikten im Straßenverkehr. Für Betroffene hat dies oft unmittelbare berufliche und private Folgen. Entscheidend ist, die Unterschiede zu kennen und frühzeitig richtig zu reagieren.
Sicherstellung des Führerscheins
Die Polizei kann den Führerschein vorläufig sicherstellen oder beschlagnahmen, wenn der Verdacht besteht, dass die Fahrerlaubnis später entzogen wird. Typische Fälle sind:
Trunkenheit im Verkehr
Drogen am Steuer
Unfallflucht
Die Sicherstellung erfolgt meist unmittelbar vor Ort. In vielen Fällen bestätigt ein Gericht diese Maßnahme im Anschluss.
Nach der Sicherstellung wird der Führerschein meist automatisch zurückgegeben, wenn die Maßnahme aufgehoben oder das Verfahren eingestellt wird, oder kein Entzug der Fahrerlaubnis erfolgt.
Entzug der Fahrerlaubnis
Davon zu unterscheiden ist die Entziehung der Fahrerlaubnis durch das Gericht (§ 69 StGB). Dabei wird die Berechtigung zum Führen von Kraftfahrzeugen vollständig aufgehoben.
Folgen sind:
Verlust der Fahrerlaubnis
Eintragung im Fahreignungsregister
Sperrfrist für die Neuerteilung
Der Führerschein ist dann nicht nur vorübergehend weg, sondern muss — nach Ablauf der Sperrfrist — neu beantragt werden. Je nach Fall können zusätzliche Anforderungen bestehen, etwa:
Teilnahme an einer MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung)
Nachweise über Abstinenz oder Fahreignung
erneute theoretische oder praktische Prüfungen
Ob und wann der Führerschein zurückerlangt werden kann, hängt vom Einzelfall und der zugrunde liegenden Tat ab.
Fahrverbot
Das Fahrverbot (§ 44 StGB) ist eine eigenständige Sanktion im Strafrecht und wird häufig mit der Entziehung der Fahrerlaubnis oder der Sicherstellung des Führerscheins verwechselt. Beim Fahrverbot bleibt die Fahrerlaubnis vollständig bestehen. Der Betroffene darf jedoch für einen festgelegten Zeitraum kein Kraftfahrzeug im Straßenverkehr führen. Der Führerschein muss für diese Zeit bei der Behörde oder dem Gericht abgegeben werden. Nach Ablauf der Frist wird der Führerschein automatisch zurückgegeben.
Bedeutung anwaltlicher Verteidigung
Bereits im frühen Stadium – etwa bei der Sicherstellung des Führerscheins – können wichtige Weichen gestellt werden. Eine frühzeitige anwaltliche Beratung kann helfen:
die Rechtmäßigkeit der Maßnahme zu prüfen
auf eine Verkürzung der Sperrfrist hinzuwirken
die Chancen auf eine schnelle Wiedererlangung zu verbessern
Als Strafverteidiger in Leipzig und Bitterfeld berate ich Mandanten bei Vorwürfen im Verkehrs- und Strafrecht und vertrete sie im Verfahren. Eine rechtzeitige anwaltliche Unterstützung kann entscheidend sein, um den Führerschein möglichst schnell zurückzuerlangen.